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Reise zum Nordkapp und zurück #6

titelbild #nordkappundzurück Woche 6

Letzte Woche habe ich mich gefragt, wann ich eigentlich endlich mal ein Rentier sehe. Und was ist eigentlich mit dem Schnee im Norden? Wo bleibt der denn? Ganz zufrieden bin ich zwar noch nicht mit dem aktuellen Ergebnis, aber immerhin wurden mir beide Wünsche dieses Woche so halbwegs erfüllt.

Rentiere & Schnee auf der Reise zum Nordkapp

Zuerst zu dem Rentier: Ich habe mich wie immer etwas langsamer als die Einheimischen auf der Autobahn (einspurig und ohne Leitplanke) fortbewegt. Dabei werde ich selbstverständlich ständig überholt – daran habe ich mich schon gewöhnt. Mir ist es einfach wichtig, dass ich sicher und nicht schnell unterwegs bin.

Diesmal hat mich aber ein Finne wild hupend überholt. Ich dachte mir erst insgeheim: Was ist sein Problem? Und habe freundlich rüber gelächelt. Bis ich auf der anderen Seite ein riesiges Tier in den Wald springen sah. Ich habe das Rentier (oder war es ein Elch?) nicht mehr so ganz gesehen, aber es war auf jeden Fall ein sehr großes Tier auf vier Beinen. Da hatte ich wohl einen finnischen Schutzengel, der mich eventuell davor bewahrt hat, einen Wildunfall zu bauen. Danke dafür!

Jetzt zum Schnee: Es ist zwar mit Nächten um die -8 Grad Celsius schon bitter kalt hier oben, aber wirklich hübschen Schnee habe ich bisher noch nicht gesehen. Das habe ich mir anders vorgestellt.

In einer Nacht hat es ganz wild angefangen zu regnen und ich habe mich bereits gewundert, dass das bei den Temperaturen doch längst Schnee sein müsste. Doch am nächsten Morgen hat sich der Regen in ein wenig Schnee umgewandelt, der den ganzen See und mein Auto samt Dachzelt ein wenig angezuckert hat. Auch dafür bin ich dankbar, wobei ich von Finnland durchaus noch ganz dicke weiße, langsam fallende Flocken erwarte… Biiiiiteeee =)

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Der erste Schnee ist doch immer etwas Besonderes, selbst wenn es nur ein wenig ist!

Von wegen dicke, weiße, langsam fallende Flocken: Bei den Dachzeltnomaden gibt es gerade eine Endabstimmung für den DZN Kalender 2019. Von mir ist da auch ein Bild dabei. Mit dicken, weißen, lang…. Ihr wisst schon =). Wenn du mit abstimmen magst, dann kannst du das hier tun. 

Woche6-nordkappundzurück-Route 18.01.05

Kälte oder Dunkelheit, was ist schlimmer?

Auf meiner Reise zum Nordkapp bin ich in der Woche 6 fast bis nach Oulu gekommen. Ab da geht es etwas weiter ins Landesinnere und ich denke das wird dort auch noch wesentlich kälter werden. Ich bin wirklich gespannt, wie das dann wird in der Nacht. Bisher habe ich mein Dachzelt noch nicht geheizt (ich hätte die Möglichkeit) und auch noch nicht im Auto übernachtet. Mal sehen, wann es soweit kommt.

Meer-Finnland-gefroren-nordkappundzurück
An immer mehr Stellen ist das Wasser der Ostsee gefroren. Meer und geschlossene Eisdecke passt in meinem Kopf nicht so ganz zusammen, was meinst du?

Viel spannender finde ich ja die immer kürzer werdenden Tage. Ich merke schon seit zwei Wochen, dass die Tage schon viel zu kurz sind. Bald befinde ich mich in der Polarnacht und sehe somit gar keine Sonnenstrahlen mehr über den Horizont blinzeln. Meine grobe Routenplanung zufolge, werde ich die Sonne erst Anfang Januar wieder auf den Lofoten erblicken. Ich bin wirklich gespannt, ob und wenn ja wie schnell mich die Dunkelheit in diesem Zeitraum gaga macht.

Solange die Sonne aber noch da ist, genieße ich solche wundervollen Anblicke und Ausblicke:

Sonnenaufgang-Strand-Suzuki-Vitara-nordkappundzurück
Ein Camping Spot am Strand. Ist das nicht genial? 
Tannenbaum-am-Strand-Sonnenaufgang-Finnland-nordkappundzurück
Ein kleiner Weihnachtsbaum am Strand – das kann es doch auch nur in Finnland geben.

Wald, Wald und noch mehr Wald…

Mit wem auch immer ich über Finnland gesprochen habe, alle sagten im Grunde das gleiche: Du wirst irgendwann nur noch Wald, Wald und noch mehr Wald sehen. Das stimmt tatsächlich. Ich genieße die vielen Wälder sehr, denn ich liebe es im Wald zu sein. Der Geruch und die Stille bringen mich immer wieder zur Ruhe.

Doch was ich auch sehe, sind unzählige Wälder, die es nicht mehr gibt. Diese abgeholzten Waldstücke sind ziemlich gruselig und machen mich jedes Mal ein wenig traurig.

Wofür brauchen wir Menschen eigentlich so viel Holz? Können die Bäume überhaupt so schnell nachwachsen, wie wir sie „verfeuern“? Und könnte man die Abholzungen nicht vermeiden? Diese und Ähnliche sind Fragen, die mir immer wieder im Kopf herumschwirren.

abgeholzter-Wald-Finnland-nordkappundzurück
Hier stand mal ein großartiges Stück Wald. Jetzt wird daraus Kaminholz oder ein Möbelstück.

Außerdem bin ich nicht so amused gewesen über das Kernkraftwerk Hanhikivi, welches sich gerade im Bau befindet. Auf der Suche nach einem Schlafplatz habe ich mich gewundert, was das denn auf Google Earth für eine komische zweispurige Straße ist, die ins nichts führt. Dabei habe ich nur durch Zufall mitten im Wald eine Nebeneinfahrt zu der Riesenbaustelle gefunden. War das mit der Kernkraft nicht eher kontraproduktiv?

Mein Highlight der Woche

Vielleicht hast du es schon bei Instagram in der Story gesehen. Falls nicht, hier noch einmal mein Highlight der Woche:

Ich war auf einem langen Spaziergang, dieses Mal etwa doppelt so lang als gewöhnlich. Etwa eine Stunde von meinem Auto entfernt habe ich einen schönen Sonnenuntergang bewundert. Dabei bin ich nicht bis ganz zum Ende an der Ostsee geblieben, da ich ja auch noch bis zum Auto zurück musste und im Dunkeln ungern so lange alleine durch den Wald stiefele.

Sonnenuntergang-Haus-Meer-nordkappundzurück
Hier an dem Häuschen an der Ostsee lässt es sich bestimmt auch aushalten.

So bin ich nach etwa 2 Stunden wieder an meinem Auto angekommen. Die Sonne hatte sich mittlerweile fast ganz verabschiedet. Einen mächtigen Hunger hatte ich nun auch schon, da ich bisher nur spärlich gefrühstückt hatte. Da laufe ich so auf mein Auto zu, greife in meine Tasche, um den Schlüssel rauszuholen und finde dort: gähnende Leere!

Oh nein – natürlich ist der Ersatzschlüssel im Auto! Was mache ich nun?

Wendehammer-Wald-Schlüssel-nordkappundzurück
An diesem Wendehammer habe ich ein hübsches und ruhiges Fleckchen für die Nacht gefunden.

Mein erster Gedanke war: Dann muss ich wohl die Scheibe einhauen. Ich habe das aber nur ganz kurz überlegt und bin lieber erst einmal umgedreht, um den Rest des Tageslichts zu nutzen und meinen Schlüssel zu suchen.

Mit Lampe wäre das ja alles kein Problem, aber die ist natürlich im Auto und das Handy zeigt noch 20% Akku, was nicht viel ist bei Minusgraden. Glücklicherweise bin ich nur etwa einen Kilometer querfeldein gegangen und den Rest auf breiten Wegen. Und ich wusste noch den Weg, den ich gegangen war. Außerdem war mir klar, dass ich es alternativ im restlichen Licht auch noch schaffen würde, bis ins nächste Dorf zu laufen. Zumindest, wenn ich mich beeile. Also alles halb so wild.

Der Schlüssel hängt einzeln an dem orangenen Schlüsselband vom DACHZELT FESTIVAL. Ich hatte die starke Vermutung, dass ich den Schlüssel verloren habe, als ich durch ein wenig Gestrüpp querfeldein gegangen bin. Und tatsächlich, ein kleines, fieses junges Bäumchen hat sich meinen Schlüssel geschnappt.

Vermutlich wollte es nur spielen, deshalb konnte ich nicht lange böse sein. Viel glücklicher war ich ohnehin, den Schlüssel genau da wiedergefunden zu haben, wo ich ihn vermutet hatte. Siehst du den Schlüssel im nächsten Bild? Irgendwie auffällig aber auch genial getarnt.

Das war auf jeden Fall super aufregend und einen ordentlichen Muskelkater habe ich von der langen Tour auch noch mitgenommen. Dafür hatte ich Glück im Unglück und in dieser Nacht super gut geschlafen =)

Schlüssel-verloren-Gebüsch-Finnland-nordkappundzurück
Hier versteckt sich mein Autoschlüssel ganz heimlich in dem hohen, gefrorenen Gras.

Wie gehts weiter?

Nächste Woche möchte ich nach Rovaniemi – in die Weihnachtsmannstadt – kommen. Dort habe ich etwas besonderes geplant. Aber vorher könnte es noch zu einem weiteren Highlight meiner Reise zum Nordkapp kommen. Genauer gesagt, gibt es diese Reise eigentlich aus diesem Grund: die Nordlichter. Für dieses Wochenende ist erhöhte Polarlicht-Aktivität angesagt. Leider ist für dieses Wochenende aber auch schlechtes Wetter angesagt. Hoffen wir mal das Beste!

Ich bin auf jeden Fall dabei mich kräftig vorzubereiten und übe mich an meiner neuen Kamera schon einmal mit Nachtaufnahmen. Wenn du irgendwelche besonderen Tipps bezüglich Kameraeinstellung hast, gerne her damit! Ich denke Iso, Blende und Belichtungszeit habe ich schon ganz gut verstanden, Fernauslöser ist eh klar, Stativ auch. Aber vielleicht hast du ja noch einen Geheimtipp für mich?

Nachtaufnahme-Suzuki-Vitara-Canon-200D
Meine erste Nachtaufnahme mit der neuen Kamera.

Drückt mir bitte ganz fest die Daumen, dass ich trotzdem das Glück habe am Wocheneden das erste Mal in meinem Leben Nordlichter zu sehen! Das wäre einfach grandios!

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12 Kommentare

  1. Tolle Nachtaufnahme mit der neuen Kamera. Bin gespannt auf die Polarlichter und deine Eindrücke dazu. Freu mich schon auf den nächsten Bericht.
    LG Bettina

      1. Hi,
        fahre doch mehr im Landesinneren lang, da ist es nicht so bewölkt und Karelien ist wirklich schön. Da ist die Wahrscheinlichkeit viel höher einen klaren Himmel zu haben als an der Küste 😉
        LG René

  2. Viel Glück mit den Polarlichtern.
    Die Kameraauslösung mittels Selbstauslöser hat sich auch ganz gut bewährt bei Nachtaufnahmen. Nur falls dir die Finger zu kalt werden für den Fernauslöser.
    Weiterhin eine gute Reise und frier nicht fest auf dem Dach.

    Lg Alex

  3. Hallo Rebecca!
    Viel Glück mit den Polarlichtern. Ich drücke Dir die Daumen.
    Falls es nicht klappt, sieht es in einer Woche laut Vorhersage auch noch mal ganz gut aus.
    Außerdem möchtest Du ja noch weiter in den Norden, so das die Wahrscheinlichkeit welche zu sehen noch größer werden wird.
    Das mit den ehemaligen Wäldern ist leider traurig. Aber die Finnen machen meist kein Kaminholz sondern Papier daraus, was auch nach Deutschland exportiert wird.

    Ich hoffe der Link zu den Campingplätzen hat Dir geholfen, auch wenn ich denke, das Du lieber irgendwo frei stehst.
    Mich würde noch interessieren, wie Deine Zeltheizung funktioniert und bis zu wie viel Grad minus Du im Zelt übernachten wirst?

    Viele Grüße Frank

    1. Hey Frank,
      gut zu wissen, dass es nächste Woche noch einmal gut aussieht. Weil heute sieht es eher nach gaaaaaaanz viel Schnee aus.

      Ich habe tatsächlich seit Dänemark keinen offenen Campingplatz mehr gefunden, aber auch nicht wirklich aktiv danach gesucht =)

      Ich habe keine Zeltheizung, lediglich einen Schlauch, der von der Standheizung (Diesel-Luft-Standheizung) nach oben gelegt werden kann. Das habe ich aber noch nie genutzt. Bisher war das kälteste im Zelt -8 Grad, mal sehen ob ich es überhaupt noch einmal kälter erwische?

      Lg Rebecca

  4. Hallo Rebecca, weiterhin eine gute Reise Richtung Nordkap und viele tolle Fotos von Aurora Borealis. Für die Bilder am besten Offenblende, kurze Belichtungszeit und dafür die ISO lieber höher gedreht, z.B. 1600 oder 3200. Dann wird’s auch was 🙂

    1. Hi Carsten,

      vielen lieben Dank für deine guten Wünsche und deine Tipps! Kurze Belichtungszeit? Ich dachte eher nachts wäre eine längere Belichtungszeit sinnvoll?

      Lg Rebecca

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