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Die Weihnachtsstadt – Reise zum Nordkapp und zurück #8.2

Titelbild_blog_#nordkappundzurück_No8_Die_Weihnachtsstadt

Ich habe es schon in meinem Post letzte Woche und auch diese Woche angekündigt: es soll einen extra Artikel über die Weihnachtsstadt geben! Endlich gibt es jetzt den heiß ersehnten Bericht und ich werde euch erzählen, ob ich den echten Weihnachtsmann gesehen habe! Oder vielleicht sogar mehrere? Seid gespannt!

Rovaniemi – oder wo wohnt der Weihnachtsmann?

Rovaniemi war eins meiner Ziele auf der Route. Nicht weil ich die Stadt unbedingt sehen möchte und auch nicht wegen des Weihnachtsmanns. Ok – ein bisschen vielleicht. Viel eher aber, weil mir bewusst war, dass nach Rovaniemi nicht mehr ganz so viel Zivilisation zu erwarten ist.

So habe ich mich hier mit dem ein oder andern eingedeckt, was ich danach nicht mehr so einfach zu finden vermutete. Beispielsweise ein Batterieladegerät für den Wagen (gute Entscheidung!).

Die Weihnachtsstadt Rovaniemi habe ich mir ehrlich gesagt ganz anders vorgestellt. Total romantisch, idyllisch, ruhig und irgendwie süß. Doch leider hat mich hier etwas Anderes erwartet. Die Stadt an sich ist ganz nett, mit einem kleinen Stadtkern und einer recht guten Infrastruktur für diese Gegend.

Leider ist Rovaniemi wirklich sehr touristisch. Ich habe hier den Geist von Weihnachten erwartet und eine Stadt voller Massentourismus bekommen. Auf den Straßen fahren überall Reisebusse und Taxis rum, ein Hotel neben dem anderen, alles heißt irgendwie Santa und überall laufen dir Reisegruppen über den Weg. Das gruseligste daran: Die Reisegruppen haben alle den gleichen Overall an. Den bekommt man wohl bei der Lappland Safari gestellt.

Die Krönung ist allerdings die Weihnachtsstadt, ich möchte dich gerne dahin mitnehmen. Also steig auf den Schlitten und los gehts.

Die Anfahrt zur Weihnachtsstadt

Wie eigentlich immer, bin ich nicht sonderlich informiert gewesen, sondern eher drauf los gefahren. Die Weihnachtsstadt liegt nordöstlich an der E75 von Rovaniemi, der Hauptstadt von Lappland. Wenn man nach Norden fährt, kommt man quasi zwangsläufig an der Weihnachtsstadt vorbei und kann sie kaum verfehlen.

Schon von weitem sind in beide Richtungen große Schilder angebracht, die dir solche und ähnliche Weisheiten erzählen: „Meet Santa in 4km“. Also dann, los gehts zu Santa. Direkt an der Autobahn ist ein großes Areal angelegt worden, auf dem der Weihnachtsmann mitsamt seinem Gefolge wohnen soll.

Rundherum sind genügend kostenfreie Parkplätze vorhanden, die meisten Besucher der Weihnachtsstadt scheinen aber per Reisebus gekommen zu sein oder wohnen in den angrenzenden Hotels. Das vermute ich zumindest, denn die Parkplätze waren recht leer.

Meet_Santa__Reise_zum_Nordkapp

 Die Gebäude der Weihnachtsstadt

Die Weihnachtsstadt selbst besteht aus ein paar großen, hölzernen Gebäuden – teilweise klassisch rot angestrichen. In den Gebäuden befindet sich entweder ein Restaurant, ein Souvenirshop oder Santa. Oder alles drei zusammen. Überall laufen gut gelaunte Elfen rum. Das ist ihnen auf jeden Fall gelungen!

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Santa Claus Office

Wenn der Weihnachtsmann einmal nicht in einer persönlichen Autogrammstunde sitzt, kann er hier in seiner Office weiterarbeiten. Das wäre quasi zwischen 22-8 Uhr – dazu später noch mehr.

Warum das Gebäude turmartig gebaut ist konnte ich leider nicht herausfinden. Vielleicht ist es einfach Santas Lieblingsbaustil?

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Santa Claus‘ Main Post Office

Am besten hat mir das Gebäude der Post Office gefallen. Tatsächlich kommen hier jedes Jahr etwa 500.000 Brief aus fast 200 Ländern an. Das ist doch der Wahnsinn.

Selbst wenn man für jeden Brief nur ein halbe Minute aufwenden würde, wären es immer noch knapp 4.200 Stunden und 174 Tage, die eine Person benötigen würde, um alle Briefe zu lesen. Insgesamt zwei-drei Vollzeitstellen. Ob wirklich jeder Brief geöffnet wird?

Santa_Claus_Main_Post_Office_Reise_zum_Nordkapp

Sobald man den Souvenirshop und die riesige digitale Anzeige, wie viele Tage es noch bis Weihnachten sind passiert hat, kommt man in einen Raum mit vielen Tischen und Stühlen. Hier kann man noch schnell einen Brief oder eine Karte an die Liebsten schreiben. Ich wollte niemandem den Sitzplatz wegnehmen, also habt bitte keine großen Erwartungen!

Weihnachtspost_schreiben__Reise_zum_Nordkapp

In dem Raum steht ein großer roter Glaskasten, in dem einige nach Herkunftsländern sortierte Briefe liegen. Da müssen die Elfen ja insgesamt 200 Sprachen verstehen können, um die Briefe alle adäquat beantworten zu können? Oder werden die Briefe kumuliert in die jeweiligen Länder zur weiteren Bearbeitung gesandt? Das habe ich leider nicht erfragt. Next time.

Spitzenreiter der Briefe an den Weihnachtsmann sind übrigens

1. China
2. Polen
3. Italien
und 4. United Kingdom.

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Noch einen süßen Brauch habe ich in diesem Gebäude entdeckt. Hier können die Kids ihren Schnuller beim Weihnachtsmann lassen. Wenn sie sich schon groß genug fühlen versteht sich. Aber der Schnulli ist nicht für den Weihnachtsmann, sondern für das Baby Rentier. Kanntest du den Brauch?

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Das Christmas House

Santa selbst ist natürlich im „Christmas House“ anzutreffen. Von 8-22 Uhr verrichtet er hier seine Dienste. Wo bleibt denn da das Arbeitsschutzgesetz? Gibt es das in Finnland überhaupt? Na ja, Santa ist ja selbstständig, muss er selbst wissen.

In dem Gebäude kann man durch einen verschachtelten, abgedunkelten, muschelförmig angelegten Gang zu dem echten Weihnachtsmann gelangen. Dieser sitzt hinter einer Tür verschlossen, in die man nur nacheinander eintreten darf. Familien und Freunde dürfen natürlich gemeinsam rein.

Christmas_House_Reise_zum_Nordkapp

Entlang des Ganges ist eine eher gruselige als anmutend wirkende Ausstellung mit wirklich grässlichen Puppen und hoffentlich unechten Rentieren angelegt, die wohl die klassische finnische Weihnachtstradition zeigen soll. Außerdem sind viele selbst gemalte Bilder und Postkarten ausgestellt, die an den Weihnachtsmann geschickt wurden.

Während man den Gang entlang geht wird einem mehrmals auf ganz großen Schildern versichert wird, dass man den Weihnachtsmann völlig umsonst sehen kann. Außerdem ist die Akustik vermutlich absichtlich so gestaltet, dass man den Weihnachtsmann die ganze Zeit leise sprechen und lachen hört, ohne ihn zu sehen. Leider darf man hier nicht fotografieren, sonst hätte ich es euch gezeigt.

Der Weihnachtsmann

Sobald man an der Türe des Weihnachtsmanns angelangt ist, kann man artig warten, bis man dran ist. Auch hier darf man nicht fotografieren. Du kannst aber später ein Bild für 25€ kaufen und/oder ein Zertifikat (für weitere 10€), dass du wirklich mit dem echten Weihnachtsmann kommuniziert hast.

Der ein oder andere, der mich kennt, vermutet es bestimmt schon: Ich bin nicht zum Weihnachtsmann reingegangen. Mir ist klar, dass so eine Attraktion auch irgendwie finanziert werden, sowie Gehälter und Strom gezahlt werden müssen und auch das Marketing und und und. Aber die ganze Weihnachtsstadt war eindeutig zu kommerziell für meine Verhältnisse.

Außerdem ist der Weihnachtsmann in der Weihnachtsstadt an jeder Ecke zu sehen. Wie sollen denn die Kids da noch an den einen wahren Weihnachtsmann glauben?

Ich will das nicht verurteilen, für Kinder (und manch einem Erwachsenen) ist das sicher traumhaft den Weihnachtsmann einmal in live zu sehen. Aber ich möchte mir meine Illusionen nicht zerstören lassen und glaube lieber weiterhin daran, dass der Weihnachtsmann – glücklich und zufrieden – mit der Weihnachtsfrau, den Elfen und seinen Rentieren irgendwo in der Pampa Lapplands wohnt.

Da fällt mir ein: Haben die beiden eigentlich Kinder, oder haben sie im Berufsleben zu viel zu tun und keine Zeit dafür? Sollte man mal einen offenen Brief an Coca Cola schreiben? Na ja, ich habe mich schlußendlich mit diesem Santa zufrieden gegeben. In den Sitz habe ich mich nicht versucht reinzusetzen, keine Angst =)

Der_Weihnachtsmann_Reise_zum_Nordkapp

Der Arctic Circle

Das eigentlich interessante an der Weihnachtsstadt ist jedoch der Arctic Circle, der durch die Weihnachtsstadt verläuft. Anfangs habe ich es erst gar nicht verstanden, wo genau der Arctic Circle denn jetzt verläuft. Erst beim zweiten Passieren habe ich die blaue Lichterkette erkannt und mich an Greenwich (Null-Meridian) erinnert. Dort ist die Linie mit einem Lichtstrahl visualisiert.

Arctic_Circle_2_Reise_zum_Nordkapp

Auf dem Boden ist die Linie natürlich auch gekennzeichnet, aber war bei meinem Besuch durch eine Schneedecke ziemlich gut versteckt.

Arctic_Circle_Reise_zum_Nordkapp

Ich habe mich lieber schnell aus dem ganzen Trubel verzogen und die weniger gut besuchten Gebäude begutachtet. Und sieh da, da zeigt sich doch gleich ein charmantes kleines Blockhaus, welches wohl früher einmal die Touristenattraktion dieses Breitengrades war. Wie das Zertifikat wohl damals aussah, das man hier bestimmt auch ausgestellt bekommen hat?

Old_Arctic_Circle_Cottage__Reise_zum_Nordkapp

Auf dem Weg zurück zum Auto habe ich noch dieses nette Schild entdeckt. Dieses Schild kam mir doch irgendwie bekannter vor, als alles andere in dieser Weihnachtsstadt.

Und da wurde mir wieder bewusst, warum ich eigentlich hier war: Ich wollte ein wenig zelebrieren, dass ich das erste Mal in meinem Leben den nördlichen Polarkreis überschritten habe. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, das war nicht das letze Mal!

Arctic_Circle_Schild__Reise_zum_Nordkapp

Mein Papa hat mich gefragt, ob ich auch eine anständige Polartaufe gemacht habe. Glücklicherweise bin ich nicht auf See unterwegs, denn das blieb mir bestimmt ausschließlich deshalb erspart:

Der Täufling wird von (einem verkleideten) Neptun „gereinigt“, erhält einen see- oder wetterbezogenen Scherznamen und bekommt eine Urkunde verliehen. Während der Reinigung wird der Täufling mit Fischöl, Rasierschaum und anderen „stinkenden“ Substanzen „eingeseift“. Zumeist wird Alkohol – früher auch Öl oder andere Brennstoffe – verabreicht. Danach wird der Täufling gebadet und gereinigt. (Wikipedia)

Jetzt bin ich schon gespannt, wann ich den Arctic Circle wieder Richtung Süden überqueren werde und ob ich es überhaupt mitbekomme? Aber erstmal jetzt: auf zum Nordkapp!

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8 Kommentare

  1. Hallo
    Eine Arctic Circle Taufe gibt es nicht nur eine Äquatortaufe diese läuft so ab wie du sie beschrieben hast.
    Bei einer Polartaufe wird das traditionelle finnische „viili“ (eine Milchspeise eine finnische Sauermilch gereicht). In ihrer typischen Form (mit 3,5 % Fett) ist sie leicht zähflüssig und zieht lange Fäden. In Finnland wird Viili auch gern mit Waldbeeren gereicht und mit Zimt + Zucker, Marmelade, frischen Beeren oder althergebracht mit Talkkuna serviert.

    Den Arctic Circle Richtung Süden in Norwegen kannst du nicht verfehlen. Er ist nicht so überlaufen wie in Finnland. Natürlich auch mit einem Souvenirladen und einen Ausgestopften Eisbär.

      1. Poronkäristys
        Rentiere gibt es in Finnlands nördlichster Provinz Lappland, und aktuellen Studien zufolge gehört ihr Fleisch zu dem Gesündesten, was man auf dem Teller haben kann. Es ist reich an B-12, Omega-3, Omega-6 und mager ist es auch. Nicht zu vergessen: Es schmeckt köstlich!
        Mit Kartoffelpüree serviert, ist dieses Gericht überall im Land und zu jeder Jahreszeit sehr beliebt.

        Gute Reise

        1. Klingt gar nicht mal so schlecht. Zumindest, wenn man Fleisch isst =) Ich frage mich, wie viele Rentiere es insgesamt in Finnland gibt und wie viele jedes Jahr geschlachtet werden. Hast du da ne Zahl?

  2. Hallo Rebecca,

    Rovaniemi liegt eigentlich ein ganzes Stück südlich vom Polarkreis aber um die Gegend etwas touristisch zu fördern hat man den Polarkreis einfach etwas nach Süden verschoben in der Gegend und so ist da das ganze entstanden. Auf welchem Platz sind die Australier bei den Briefen an den Weihnachtsmann? Habe damals viele Eintragungen in Gästebücher gefunden, da wo ich übernachtet habe.

    Schöne Grüße

    René

    1. Ehrlich? Das habe ich auch nicht gewusst. Hätte ich mal auf den Kompass geschaut… Hat auf jeden Fall funktioniert dieser Plan!

      Es stand leider nur die Top 5 da. Aber bestimmt auch ganz weit vorne =)

  3. Hallo Rebecca!
    Der nördliche Polarkreis liegt bei 66° 33` 55″ Nord . An dieser Linie geht zur Sonnenwende im Sommer am 21. Juni die Sonne gerade nicht mehr unter dem Horizont unter und zur Sonnenwende am 21.Dezember gerade nicht mehr über dem Horizont auf. Das liegt an der Schieflage der Erdachse zu Sonne. Ist natürlich abhängig , ob man sich auf einem Berg, oder auf See befindet. Der Polarkreis nähert sich derzeit allerdings pro Jahr ca. 14,4 m
    dem Nordpol, weil die Erde etwas taumelt.
    Der Santapark in Rovaniemi liegt auf 66° 32` 37″ Nord. Also ganz in der Nähe. (ca. 2 km)
    Denn 1´ = 1,852km = 1kn= 1,852km/h.
    Die Koordinaten haben ihren Ursprung in der Seefahrt bei der englischen Marine.
    Der Meridian 0° ist in Greenwich. Dann gibt es 180° östliche und westliche Länge.
    Nach Nord und Süd ist am Äquator 0° und es gibt max. 90° nördliche oder südliche Breite bezogen auf den Erdumfang.
    So konnten die Seefahrer früher einigermaßen genau ihren Standort und Entfernungen vor der Entwicklung von GPS bestimmen. Bei Wikipedia findest du dazu noch mehr Infos.
    Infos zu Rentieren in Finnland findest Du u.a. hier: /www.finn-land.net/finnland-r/ren.htm.
    Natürlich gibt es da auch andere Infos zu Finnland.
    Hast Du eigentlich schon Rentiere in freier Wildbahn gesehen, oder evtl. auch schon Elche?

    Lg Frank.

    1. Hey Frank,

      vielen Dank für die vielen Infos! Ich habe zwei mal ein Rentier gesehen, aber beide Male im Dunkeln und nur am weghopsen. Ein Elch ebenso nur am Straßenrand. Aber im Winter sind die vermutlich etwas schwieriger zu bekommen, als im Sommer!?

      Lg Rebecca

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