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Reise zum Nordkapp und zurück #10

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In meinem Wochenrückblick letzte Woche habe ich fast nur vom Nordkap erzählt. Das ist ja auch kein Wunder, so war das ja einer der Höhepunkte meiner Reise zum Nordkapp. Mittlerweile befinde ich mich demnach (schon) wieder auf dem Rückweg und mache mich langsam auf zurück nach Deutschland.

Auf dem Rückweg möchte ich mir noch die Lofoten ansehen. Viel mehr Pläne habe ich bisher noch nicht. Für diese knapp 4.000 km Rückreise habe ich in etwa noch einen Monat Zeit. Genau die richtige Zeit für meine ideale Reisegeschwindigkeit.

Hei Norge – wo ist der Winter?

Also grundsätzlich kann ich mich ja nicht beschweren. Meinen heiß geliebten Schnee habe ich ja in Finnland, vor allem in Lappland schon ausgiebig bekommen. Aber irgendwie vermisse ich den Schnee in Norwegen trotzdem. Das Wetter ist ungewöhnlich mild, es lag ja nicht einmal am Nordkap Schnee.

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Die Temperaturen sind um den Nullpunkt herum und ab und an fällt mal das ein oder andere Schneeflöckchen. Sobald die Sonne am Morgen oder am Mittag versucht sich über den Horizont zu strecken (sie schafft es aber einfach nicht, hier oben herrscht ja Polarnacht) ist das Licht einfach wunderbar. Alles ist in ein leichtes rot oder lila getaucht und der Sonnenaufgang- bzw. Sonnenuntergang scheint ewig zu dauern. Manchmal ist dieses Schauspiel drei bis fünf Stunden lang zu bewundern.

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Ich will Schnee!

An vielen Tagen schafft es das Licht aber kaum durch die Wolkendecke durch. Das ist ganz gut zu ertragen, wenn zumindest der Schnee das wenige Licht reflektiert. Kurzerhand habe ich deshalb aus der Sehnsucht nach dem Licht und dem Schnee beschlossen, noch einen kleinen Abstecher zur Käsivarsi Wilderness Area nach Finnland zu machen.

Den Schnee habe ich dort auf jeden Fall bekommen, außerdem -13 Grad und die längste Waschaktion ever noch dazu! Das war so spannend, davon möchte ich euch berichten. =)

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Waschen auf Reisen

Normalerweise packt man einen Koffer für eine Reise. Die Kleidung in diesem Koffer reicht für die ganze Reise. In der Regel hat man die Hälfte davon am Ende noch nicht einmal angehabt.

Wenn man aber nonstop auf Reisen ist, dann muss man ab und an die Klamotten von unterwegs waschen. Meist mache ich das in normalen Waschsalons, die es in Europa eigentlich überall gibt – zumindest in jeder größeren Stadt.

Nicht so in Skandinavien. Hier oben habe ich bisher nur in Turku (Finnland) einen Waschsalon gefunden. Als es nun einmal wieder soweit war und ich eine Wäsche benötigte, ging ich in eine nobel aussehende Ferienhausanlage in Finnland und fragte einfach einmal, ob man auch waschen kann.

„Kein Problem“, sagte die Dame an der Rezeption und erklärte mir, wie ich die Waschmaschine und den Trockner finde. Ich habe also meine Klamotten zusammengesucht und bin in die Richtung gegangen, die mir beschrieben wurde. Dort fand ich das vor:

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Die Matratzen lagen übrigens noch quer über der Waschmaschine, bevor ich das Bild gemacht habe. Ok, abenteuerlich mag ich ja. Dann mal los!

Ich habe also meine Wäsche in die Waschmaschine gepackt, Geld in das Kästchen an der Wand eingeworfen und gehofft es geht los. 2 Stunden später bin ich zurück in die Wäschekammer und durfte feststellen, nichts ist losgegangen. Also habe ich es noch einmal versucht. Diesmal ging die Waschmaschine los, und lief genau 30 Sekunden lang. Nachdem nun Wasser in die Maschine gelaufen war, hat sie angefangen zu streiken und ist wieder ausgegangen. Ich also zurück zur Rezeption und gesagt die Maschine geht nicht. Die nette Dame sagte mir, sie würde den Techniker hinschicken.

Nach kurzer Zeit habe ich mich erkundigt und mir wurde zugesichert sie läuft. Weitere zwei Stunden später bin ich in den Waschraum und durfte feststellen nichts ist gelaufen. Also das Ganze nun noch einmal von vorne. Diesmal habe ich gewartet bis der Techniker kommt und mich versichert, dass die Waschmaschine auch wirklich läuft.

Weitere zwei Stunden später wollte ich die nun gewaschene Wäsche in den Trockner werfen. Doch wo soll da ein Trockner sein? Ich zurück an die Rezeption, die Dame teilte mir freundlich mit, dass da eigentlich ein Trockner sein müsste. Aber vielleicht wäre der weggeräumt worden. Sie war so nett und gab mir einen Zimmerschlüssel. Dort könne ich meine Wäsche im Trockner trocknen.

Ich bin also auf das Zimmer und habe dort vergeblich den Trockner gesucht. Zurück an der Rezeption habe ich der Dame versucht zu erklären, dass da nur eine Küche, eine Sauna und ein Gefrierschrank in dem Zimmer sei (warum auch immer da ein Gefrierschrank sein sollte?). Nach langem hin und her haben wir festgestellt, dass der vermeintliche Gefrierschrank ein Trockner ist.

Hast du schon einmal so einen Trockner gesehen?

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Weitere 4 Stunden Trockenzeit später bin ich mit teilweise noch pitschnasser Wäsche zurück ins Auto und habe die Wäsche dort weiter getrocknet.

Was für eine Waschaktion! 10 Stunden für eine Maschine Wäsche waschen habe ich auch noch nie gebraucht! =)

Der Weg ist das Ziel

Ich sage ja immer wieder aus voller Überzeugung: Der Weg ist das Ziel!

Auch auf dieser Reise stelle ich immer wieder fest, dass die angestrebten Ziele öfter gar nicht die Highlights sind. Viel mehr entdecke ich auf der Fahrt oft wunderbare Orte oder entdecke Perlen der Natur ganz unverhofft beim Spazieren gehen.

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Ich versuche in den 3-4 Stunden Tageslicht pro Tag möglichst viel von der Umgebung zu erkunden. Dabei bin ich viel draußen, aber auch viel on the road. Ich fahre zwar grundsätzlich sehr gerne im Dunkeln, aber in Norwegen kann ich die Gefahr einfach nicht in Kauf nehmen, solch ein Naturschauspiel zu verpassen.

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Weiße Weihnachten

Schon am 23.12. habe ich mich gefreut, dass es wieder einmal angefangen hat zu schneien. Das machte mir zwar auch gleichzeitig etwas Sorgen, da ich auf manchen Pässen gar nicht mehr so gut vorankam. Aber über Schnee kann ich mich einfach immer freuen.

An meinem Schlafplatz bei Narvik habe ich dann abends bevor ich das Dachzelt geöffnet habe eine handbreit Schnee vom Dachzelt entfernt.

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Am nächsten Morgen, dem 24.12. gab es dann noch einmal genau so viel Neuschnee. Ich war mir erst gar nicht sicher, ob ich aus dem Schnee wieder rauskomme. Zusätzlich war unter dem Schnee nämlich noch eine Eisschicht, die selbst das Laufen schwierig machte. Glücklicherweise ging das aber problemlos.

Das ist doch einmal weiße Weihnacht, dachte ich mir! Doch leider ließ ich den Schnee auch in dieser Gegend zurück und konnte ihn nicht mit auf die Vesterålen nehmen.

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Weihnachten auf den Vesterålen

Wo ich überhaupt hinwollte? Sarah und Manu von leben-auf-achsen.ch haben mich zu Weihnachten eingeladen. Es bestand die Option in dem von ihnen gemieteten Haus zu feiern, oder an einem schönen Plätzchen in der Natur. Da haben wir alle drei eigentlich nicht überlegen müssen.

Den Schnee konnte ich leider nicht bis nach Andøya mitbringen, dafür aber ganz viel Wind und einen Sack voll Feuerholz. So haben wir es uns zu dritt an diesem wunderbaren und einigermaßen windgeschützten Stellplatz mit Stockbrot, Glühwein und Marshmallows an Heiligabend gemütlich gemacht. Gibt es einen schöneren Ort, um Weihnachten zu feiern?

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Wie gehts weiter?

Das Nordkapp war das Hauptziel meiner Reise. Direkt danach stehen aber die Lofoten auf der Liste. Vielleicht waren diese sogar der Hauptgrund dieser Reise? So oder so, nächste Woche gehts auf die Lofoten! Wer kommt mit?

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8 Kommentare

  1. Fantastische Location für Weihnachten. Wahnsinn. Der Platz strahlt so viel Ruhe aus. Das war bestimmt ein tolles Erlebnis. Oder Wehmut, weil die Familie nicht vor Ort war (im Herzen hast du sie ja bestimmt mit).

    Weiterhin gute Reise🍀

    1. Hey!
      Das war wirklich ein traumhaft schöner Ort. Viellicht sogar der schönste meiner ganzen Reise. Das muss ich mir noch überlegen. Aber werde sicher darüber berichten, was meine Top Orte waren =). Weihnachten war auch so schön, eben mal was anderes!
      Lg Rebecca

  2. Hallo Rebecca
    Das du so wenig Schnee in Norwegen hast hätte ich nicht gedacht. Das Klima hat sich doch schon sehr geändert. Bei meiner letzten Wintertour durch Norwegen (schon einige Jahre her) wäre es nicht möglich gewesen abseits der Straße irgendwo sich hinzustellen. Ich hatte 1,5m – 3m hohe Schneewände an den Straßenrändern und zwischen 25° – 30° minus an Temperatur und das viel weiter südlich. Die Straßen waren immer Schneebedeckt und meist mit einer Schicht Split bestreut so das es ein sehr griffiges Fahren ermöglichte.
    Ich hatte meistens wolkenlosen Himmel und wenn nicht dann schneite es oft 30 – 40 cm in der Nacht.
    So um die 20 Grad minus wirkt auch kein Salz mehr. Ich hatte nur normale Winterreifen die ausreichend waren. Ich hatte auch wesentlich mehr Rentiere gesehen die oft wegen des hohen Schnees auf der Straße unterwegs waren. In der Tundra immer nur 5-6 Rentiere in der Gruppe und im Waldgebiet die etwas kleineren Waldrentiere waren oft mit 40 – 50 Tieren die sich auf der Straße rumgetrieben hatten. Birkhühner – Schneehühner – waren oft auf der Straße zu sehen. Allerdings Elche hatte ich keine gesehen nur die großen Blutlachen wo ein Elchunfall stattgefunden hatte. Auf 100 km bestimmt so um die 8-10 Stück.
    Was ich noch zu den Norwegern sagen kann sie sind immer sehr höflich –hilfsbereit – und freundlich.
    An der Küste ist es am Meer durch den Golfstrom meist wärmer und weniger Schnee wie im Inland.
    Ich wünsche dir weiterhin eine gute und erlebnisreiche Reise weiter auf deiner Heimreise nach Süden.

    1. Hi Udo,
      dass so wenig Schnee ist, wundert mich auch wirklich. Andererseits bin ich auch etwas froh, denn so finde ich noch gute Stellplätze! Danke für dein Kommentar!
      Lg Rebecca

  3. Hallo Rebecca,
    es war mal wieder sehr spannend von Deiner Reise zu lesen.
    Wir haben im Schwedenurlaub festgestellt, dass es in kleineren Orten meist ein Gemeinschaftshaus gibt. In dem oft auch Waschmaschinen und Trockner stehen, da nicht alle Menschen in den kleineren Orten über eigene Geräte verfügen, gerade wenn sie nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind.
    Es war nie ein Problem eine freie Waschmaschine zu finden (meist wird dort mit Listen gearbeitet, wer wann wäscht) und die dann gegen eine kleine Gebühr zu nutzen.

    1. Hi Mareike,
      vielen lieben Dank für deine Worte! Diese Gemeinschaftshäuser habe ich tatsächlich nicht gefunden. Aber das nächste Mal in Schweden werde ich auf die Suche gehen =)
      Lg Rebecca

  4. Hallo Rebecca!
    Im März 2010 war ich bei einer Fotoreise mit Elch Adventure Tours auf den Vesteraalen und Lofoten dabei. Der Schnee lag damals etwa kniehoch und die Straßen waren mit einer Eisschicht überzogen. Temperatur ca. -5° C. Zum wandern hatten wir Schneeschuhe dabei und auf unserem Kleinbus waren Spikesreifen aufgezogen. Das erleichterte das Vorankommen etwas.
    Ich hätte noch ein paar Fragen zu Deinem jetzigen Dachzelt.
    Von welchem Hersteller und welcher Typ ist das?
    Wie bewährt es sich bei Eis,Schnee,Kälte und Sturm?
    Was sind aus Deiner Sicht die Stärken und Schwächen, vor allem beim Wintereinsatz?
    Wie sieht es innen mit Kondens und Feuchtigkeit aus?
    Auch nachdem es Feucht zusammengepackt wurde?

    Noch eine gute Reise.
    Lg Frank.

    1. Mir wurde auch mehrfach empfohlen mit Spikes zu fahren. Für mich ging es aber auch so prima, der Vitara wiegt ja auch nicht so viel.
      Ich habe gerade ein Dachzelt von Autohome, es macht sich in der Kälte prima. Stärken sind auf jeden Fall das schnelle Auf-und Abbauen. Das ist Gold wert! Schwächen wüsste ich keine, außer wenn dir die Kurbel abbricht. Dann bekommst du das Zelt nicht mehr auf =) Mit Konsens und Feuchtigkeit hab ich kaum Probleme, ist ja eh alles gefroren. Ich denke das wird erst ab 2 Personen im Zelt eine Thema. Ab und an ist mir die Matratze nach dem nassen Zusammenpacken an den Seiten etwas nass geworden. Das trocknet aber auch wieder.

      Lg Rebecca

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